Die Verratenen von Ursula Poznanski

Cover Die Verratenen

»Es stand jedem frei damals […] Allen wurde erklärt, welche Katastrophe auf uns zukommt. Dass so viele die Warnung in den Wind geschlagen haben, ist tragisch, aber man kann es nicht denen anlasten, die die richtige Entscheidung getroffen haben.«

– Ria, Seite 245-246, Die Verratenen

Inhaltsangabe:

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.

Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.

Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.



Inhaltsangabe:

In naher Zukunft wurde die Welt von Naturkatastrophen fast vollständig zerstört und für seine Bewohner zu einer Herausforderung. Nur diejenigen, die sich rechtzeitig vorbereitet haben, können noch ein normales Leben führen.

Du diesen wenigen gehört auch Ria.

Sie ist in einer der Sphären – einem Komplex aus riesigen Glaskuppeln aufgewachsen – und wird zu einer Führungspersönlichkeit ausgebildet. Ihr Leben wird Fortschritt und ständigem Lernen bestimmt.

Außerhalb ihrer sicheren Heimat tobt derweil ein harter und scheinbar ewiger Winter und dennoch gibt es Menschen, die diesen Lebensanforderungen strotzen.  Diese werden abfällig als „Prims“ bezeichnet. Doch diese Bezeichnung ist alles andere als richtig, so wird Ria dazu erzogen, die Außenbewohner nicht zu verachten, sondern sich darauf vorzubereiten, den Frieden zwischen beiden Völkern herzustellen und den Clans und Stämmen der Außenwelt zu helfen.

So folgt ihr Leben einer strengen Ordnung, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie auf der Universität, auf die sie geht und an der sie lernt, eine Rangfolge existiert. Je weiter oben man steht, desto mehr wird von einem erwartet und desto höher stehen die Chancen, etwas in ihrem Leben zu erreichen. Ria ist die Nummer 7, ihr Freund Aureljo die Nummer 1.

Eines Tages erfährt Ria jedoch von einem Überfall der „Prims“ auf eine Forschungsgruppe, an der auch ihre Freundin beteiligt war. Diese und ihre beiden Begleiter werden tot aufgefunden, was den Hass auf die Außenbewohner in Ria schürt.

Es bleibt jedoch keine Zeit für sich lange darüber Gedanken zu machen, denn kurz nach der Beerdigung werden sie selbst, ihr Freund Aureljo, ihre Freundin Tomma, der Künstler Dantorian, der Erfinder Tycho und der Botaniker Flemming auf eine Reise zum Präsidenten geschickt, um ihre außergewöhnlichen Leistungen zu würdigen. Unterwegs kommt es jedoch zu einem Überfall, als ein fremder, in Gold gekleideter Sentinel die Wächter und die Schüler angreift. Allen wird klar, dass ihr Leben in Gefahr ist, weshalb sie kurzerhand aus der Magnetbahn fliehen und sich in der Außenwelt wiederfinden. Doch ihre Sets für Notfälle sind für lange Zeiten im Freien nicht ausgelegt, weshalb die Flüchtenden schnell in Schwierigkeiten geraten. Vor allem als sie auch noch von einem der Clans angegriffen werden, die es in der Außenwelt gibt. Sie werden gefangen genommen, doch entgegen ihrer ersten Vermutung nicht umgebracht, sondern vor der Kälte regelrecht gerettet. Ria merkt schnell, dass ihr Bild der „Prims“ nicht stimmt. Sie wurde ihr Leben lang über deren Handlungen und Lebensweisen belogen und beschließt, die Sphärenbewohner und die Außenwelter zusammenzuführen. Aber vorerst muss noch die Frage beantwortet werden; Wer steckt hinter dem Anschlag auf sie und ihre Freunde und warum wollte man sie töten? Wem kann sie noch trauen und wem lieber nicht? Ein Rennen um Leben und Tod beginnt, das nicht alle gewonnen können.


Positiv:

Positiv ist für mich eindeutig die Storyentwicklung und das Setting allgemein. Es ist zwar nichts Neues, aber mir gefällt die Umsetzung und die Detailliebe in Verbindung mit dem flüssigen Stil. Man bekommt nie den Eindruck zu viele Informationen zu erhalten. Alles kommt irgendwo wieder und scheint für die Handlung relevant zu sein. Poznanski versteht sich unglaublich gut darin, den Leser in eine Welt zu entführen, die scheinbar in weiter Ferne liegt, aber doch sehr viel von der jetzigen wiederspiegelt. Alles wird auf einem hohen Niveau erzählt und gleichzeitig mit einer Mischung aus Ernst und Witz. 


Negativ:

Bei einem Charakter war ich sehr enttäuscht, dass man nicht mehr über ihn erfahren hat, so wirkt der Schluss des Buches leider nur halb so erdrückend, wie es wohl hätte wirken sollen. So zumindest ist so mein Eindruck. 


Fazit:

Zusammen mit der Protagonistin Ria taucht der Leser in eine Welt ein, die zu Beginn noch wohl behütet, faszinierend und atemberaubend wirkt und zunehmend immer mehr den Eindruck eines Albtraumes erweckt. Eine Welt voller Lügen und Verrat liegt vor dem Leser und hat zumindest mir das Lesen nie langweilig gemacht. 

Das Setting ist nicht neu, bietet in meinen Augen aber eine durchaus auch sozialkritische Seite, die genauso gut auf die heutige Zeit zutrifft: Fehlinformationen und Unterdrückung der Schwächeren.

Das Ende hätte etwas mehr noch hergeben können. Es war sehr spannend und man hat auch mitgefiebert, aber etwas hat gefehlt. So enthüllt Poznanski gerade so viel, dass man nicht enttäuscht, aber gleichzeitig genug offen ist, um dem nächsten Band entgegenzusehnen.

Ein spannender Anfang für eine Trilogie.


Deutsche Erstauflage 2012, Loewe Verlag GmbH, Bindlach, Die Verratenen, Ursula Poznanski


weitere Bücher dieser Reihe:

Band 2

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