Goldene Flammen – GrishaVerse 1
Leigh Bardugo

»Du bist seit sehr langer Zeit mein erster Hoffnungsschimmer.«

– Der Dunkle, Goldene Flammen, Leigh Bardugo, Seite 144 u.a. *

Klappentext:
Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren von Ravka. Jemand, der entbehrlich ist – ganz anders als ihr Kindheitsfreund Malyen, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Doch als Alina Mal bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich alles für sie, denn sie findet heraus, dass sie eine Grisha ist, die über große Macht verfügt.
Alina wird ins Trainingslager der Grisha versetzt, der magischen und militärischen Elite Ravkas. Dort findet sie einen ganz besonderen Mentor: Den ältesten und mächtigsten der Grisha, der nur der »Dunkle« genannt wird und der schon bald ganz eigene Pläne mit Alina verfolgt.


Inhaltsangabe:

Als Alina, eine einfache Kartografin in ihrer Ausbildung, durch die Schattenflur – ein Dunkler Riss mitten im Land – reisen muss, wir ihr Trupp der ersten Armee des Zaren von Ravka von den finsteren Kreaturen angegriffen. Viele sterben und als eines der Wesen ihren besten Freund angreift, weckt sie unkontrolliert eine Kraft, die sie jahrelang in ihrem Inneren versteckt hat.

Erst nach und nach wird sich Alina bewusst, was sie da getan hat. Wirklich klar wird es aber erst, als sie in den Kleinen Palast gebracht wird, um dort wie viele andere ausgebildet zu werden. Sie ist eine Grisha und nicht irgendeine. Sie ist die Sonnenkriegerin. Die einzige Grisha, welcher es möglich ist, das Licht zu kontrollieren. Damit rückt sie ins Auge des Dunklen, dem obersten Grisha.

Während Alina versucht, mit ihrer neuen Bestimmung zurecht zu kommen und sie viel die Bevölkerung von Ravka zu einem Symbol der Hoffnung wird, sucht der Dunkle eine Möglichkeit, ihre Kräfte noch zu verstärken.


Positiv:

Vor allem die Welt hat mir sehr gut gefallen. Durch die Beschreibungen bekommt man einen guten Eindruck der Größe und auch der viele Details und der Gedanken, die hineingeflossen sind. Auch der Anfang und wie man gleich zu Beginn mit dem Schwerpunkt der Geschichte konfrontiert wird, gefiel mir. Es wird nicht lang um den heißen Brei geredet.

Das Setting fand ich klasse. Wenn es auch nichts völlig Neues ist, stecken viele schöne Ideen und ein interessantes Konstrukt dahinter, welches man auch am Ende von Band 1 noch nicht vollends überblickt. Die Komplexität gefällt mir super gut.

Der Schreibstil ist recht locker und ließ sich bis auf einige – viele – Ausnahmen gut lesen.


Negativ:

Allerdings geizt gerade der Anfang nicht damit, den Leser mit Informationen rund um die Welt und die Grisha zu bewerfen. Es fallen Kategorien, Unterkategorien, teilweise mehrere Namen für ein und dasselbe, Ländernamen und Figurennamen. Hier – vor allem bei den Grisha-Kategorien – an der Stelle den Überblick zu behalten, ist nicht einfach.

Dazu kommt, dass ich mich mit den Charakteren sehr schwer getan habe. In 1. Band wurde ich mit so gut wie keine Figur warm. Gerade die Hauptfiguren haben es mir sehr schwer gemacht, mit ihnen zu fühlen oder Beweggründe nachzuvollziehen. Sie bleiben mir bis zum Ende egal. Vor allem Alina scheint für mich von allem etwas zu sein, nur nichts Eigenes. Mal etwas frech, mal etwas nachdenklich, mal melancholisch, mal verliebt, immer, wie es die Handlung gerade braucht.

Auch der Dunkle suppt ein wenig vor sich hin und wurde nie griffig. Gleiches gilt für Mal und alle anderen Nebenfiguren. Teils wurde ich das Gefühl nicht los, die Charaktere wurden immer nur mit den gleichen 3 Attributen beschrieben und auf diese beschränkt. Einzig Genya schien mir da vielschichtiger.

Der Schreibstil an sich hat generell eine sehr wiederholende Art. Neben den Charakteren werden auch Handlungen oder Informationen mehrfach wiederholt und das innerhalb weniger Seiten, weshalb ich mir beim Lesen dann doch ab und an etwas blöd vorkam.

Die Handlung konnte mich ebenso wie die Charaktere nur sehr selten überraschen. Sie war vorhersehbar und bei mir wollte bis zum Schluss keine Spannung aufkommen. Immer, wenn es spannend wurde, wurde alles durch eine Handlung der Charaktere wieder zerstört.


Fazit:

Wirklich überzeugt bin ich von Band 1 der Grisha-Reihe nicht. Zwar fand ich das Setting klasse und die Welt steckt voller schöner Ideen und man bemerkt das interessante Konstrukt dahinter. Alles schön komplex und bietet genug für mehrere Bände.

Allerdings zog sich der Anfang, Figuren bekamen für mich keinen Charakter und die Handlung ist vorhersehbar.

In einer Reihe von 3 Büchern erwarte ich nicht alle Informationen bereits in Band 1, viel kann und darf sich noch entwickeln, aber hier scheint mir noch sehr viel Luft nach oben zu sein.


*Goldene Flammen, Leigh Bardugo, Knaur Taschenbuch, März 2020, Shadow & Bone Copyright 2012 by Leigh Bardugo, Published by Arrangement with Leigh Bardugo, c/o NEW LEAF LITERARY & MEDIA, 2019 Knaur Verlag, GrishaVerse Logo and Grishaverse monogram used on cover and spine with permission, Redaktion: Michelle Gyo, Covergestaltung: Guter Punkt, nach dem Originalentwurf von Macmillan Publishing Group, Coverabbildung: shuttetstock.com /om_illustrations, tofutyklein, Abbildung im Innenteil:stutterstock.com, Satz: Adobe InDesign im Verlag, Druck und Bindung: CPI books GmbH


weitere Bücher der Reihe:

weitere Bücher in dem Universum:

Band 2
Band 3
Band 1
Band 2

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