Okay, Danke. Ciao!
Katja Hübner

Coverbild von Okay, danke. Ciao!

»Wir können Hilfestellung leisten. Aber wir müssen nicht jeden >normal< machen.«

– Okay, Danke. Ciao! Eine Geschichte über Freundschaft und Obdachlosigkeit, Katja Hübner, Seite 175*

kompletter Titel: Okay, Danke. Ciao! Eine Geschichte über Obdachlosigkeit und Freundschaft
Brochiert: 192 Seiten


Klappentext:
Knapp eine Million Menschen in Deutschland ist wohnungslos. Viele leben dauerhaft auf der Straße und sind obdachlos. Passanten, die an ihnen vorbeieilen, gucken betreten oder im schlimmsten Fall angewidert weg. Nicht so Katja Hübner. Als sie im Mai 2017 im Hamburger Schanzenviertel einem hilflosen jungen Mann begegnet, schaut sie genauer hin und merkt schnell, dass hier jemand Hilfe braucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie keine Ahnung vom Leben auf der Straße. Sie weiß auch nicht, wie man einem Obdachlosen hilft. Oder ob das überhaupt erwünscht ist. Das hält sie jedoch nicht davon ab, ihre Hilfe anzubieten. Damit rettet sie ein Leben.


Inhaltsangabe:

Katja Hübner lebt im Hamburger Schanzenviertel und trifft eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit auf den jungen Mann namens Marc. Dieser „lebt“ auf der kleinen Grünfläche – einer Hundewiese – nur unweit ihrer Wohnung. Normalerweise wäre sie einfach vorbeigegangen, aber dieser junge Mann erscheint ihr anders.

Sie kommt nach und nach mit ihm ins Gespräch. Und wenngleich Marc nicht sehr gesprächig ist, sie immer wieder abwimmelt, gibt Katja Hübner nicht auf. Ihre Hilfe beginnt mit Aufmerksamkeit, Reden, kleinen Essenspäckchen, geht über die Suche nach Unterkünften, Beistandsgesuchen in Hilfsorganisationen und Klinken und endet mit einer besonderen und seltsamen Freundschaft.


Meinung:

Katja Hübner beschreibt ihre Eindrücke, ihre Sorgen und Gedanken. Sie schildert ihre zum Teil verzweifelten Bemühungen diesem jungen Mann zu helfen, der ihre Hilfe anfangs nur teilweise oder gar nicht annimmt. Dabei bleibt sie erstaunlich nüchtern, verrät nicht zu viel und geht auch nicht zu tief ins Detail. Dennoch oder gerade deshalb fand ich als Leser einen Zugang zu ihrer Hilflosigkeit – allem voran als jemand, der mit diesen Themen nicht so viele Berührungspunkte hat.

Es ist eine persönliche und wahre Geschichte, die dem Leser an vielen Stellen selbst die Wahl lässt, ob er sich tiefgehender mit dem Thema beschäftigen möchte, oder nicht. Es ist die Geschichte einer mutigen Entscheidung, die ein Leben gerettet hat. Und die einen nachdenklich zurücklässt.

So greift „Okay, danke. Ciao!“ vorsichtig kritisch das Thema psychische Erkrankungen, vor allem im Bezug auf wohnungslose Menschen auf. Wie diese von unserem System teilweise „vergessen“ werden. Und wie wichtig eine Konstante und der Halt für diese Menschen ist.

Es ist kein Aufruf, kein bedrohlicher Moralfinger, der sich über den Leser senkt. Es ist die Bitte manchmal im Leben einen Stopp zu machen, genauer hinzuschauen oder auch bewusster in sich selbst zu horchen. Und genau dies funktioniert dank der Schreibweise und der berührenden Geschichte wunderbar.


Fazit:

Katjas und Marcs Geschichte hat mich trotz der Nüchternheit bewegt. Ohne einen moralischen Zeigefinger öffnet sie einem etwas die Augen. Noch mehr als auf die Obdachlosigkeit wird das Augenmerk auf psychisch erkrankte Menschen und ihren Platz in der Gesellschaft gelegt. Teilweise kritisch wird auch das System der Hilfe für diese Menschen hinterfragt. Dennoch ist nichts davon aufdringlich oder anprangernd.

Am Ende wird man trotz allem nachdenklich gestimmt.

Besonders interessant fand ich auch die Worte von Prof. Thomas Bock im Anhang und die einzelnen Stationen und Organisationen, an welche man sich bei Betreffen wenden kann.

Bwewertung zu Okay, danke. Ciao!

*Okay, Danke. Ciao! Eine Geschichte über Freundschaft und Obdachlosigkeit, Copyright by Katja Hübner, 2020, Wilhelm Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Lektorat: Kirsten Naegele, Redaktion: Loel Zwecker, Umschlaggestaltung und -motiv: Jahannes Wiebel | punchdesign, Satz: Schaber Datentechnik


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