Die Stadt der Seher
Christoph Hardebusch –

Cover von Die Stadt der Seher von Christoph Hardebusch
AUSGABEHörbuch, Ungekürzt
DAUER11 Stunden, 19 Minuten

Klappentext:
Eine gewaltige Armee steht vor den Toren der Stadtrepublik Vastona. Während sich die Einwohner zum Krieg rüsten, entdeckt der Straßenjunge Marco ein furchtbares Geheimnis um den geheimen Orden der Seher. Er und seine Gefährten müssen die Stadt vor dem sicheren Untergang retten.

In der blühenden Stadtrepublik Vastona wird der Waisenjunge Marco in den Orden der Seher aufgenommen, der ihm eine Zukunft jenseits der Straßen verspricht. Er freundet sich mit Elena an, einem Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, die in den Manufakturen arbeitet, um ihre Familie zu ernähren. Als ein gewaltiger Krieg droht, die Stadt zu erfassen und alles zu zerstören, was sie kennen, müssen sich Marco und Elena ungewöhnliche Verbündete suchen, um das Schlimmste zu verhindern. Denn die wahre Gefahr ist viel größer, als sie ahnen – und sie lauert direkt im Herzen der Stadt.


Inhaltsangabe:

Marco ist erleichtert, als die Seher ihn auswählen, bei ihnen zu leben, zu lernen und einer von ihnen zu werden. Sein Leben als Weisenjunge auf den Straßen der Stadt Vastona scheint damit hinter ihm zu liegen und er wird Teil eines angesehenen Ordens.

Während er seine neue Freiheit und das Ansehen, das ihm plötzlich entgegengebracht wird, genießt, lernt er Elena kennen. Sie hat ihren Ursprung ebenfalls in den Armenvierteln der Stadt und schnell freunden sich die beiden an. Ihre ähnliche Sicht auf die Dinge vereint sie.

Doch eine Armee, angeführt vom Schwarzen Herzog, ist auf den Weg nach Vastona. Etwas, was hinter den sicheren Mauern und für Marco und Elena anfangs nur sehr weit entfernt ihren Frieden bedroht, aber beharrlich näher rückt. Und schließlich vor den Toren der Stadt lagert. Doch der Feind befindet sich nicht nur außerhalb der Stadt, sondern führt auch hinter den Mauern sein Unwesen.

Gemeinsam mit ihren Freunden, dem Erfinder Zalvado und dem Elfen Caronix, finden sich Elena und Marco schon bald zwischen den Fronten wider.


Meinung:

Die Grundidee von >Die Stadt der Seher< und der Handlung hat mir wirklich gefallen. Das Konzept hat viel Spaß gemacht. Es war sowohl etwas Greifbares, wenn auch nicht Neues. Dennoch haben die Ideen des Autors und die Umsetzung gezündet und die Geschichte zu einer neuen, eigenen Welt gemacht.

Auch die Beschreibungen der Stadt und der einzelnen Szenen haben mir zugesagt. Der Stil ist durchaus spannend und bunt. Es gibt jedoch komische Zeitsprünge, die man erstmal erkennen muss. Da ich nur das Hörbuch hatte, und damit geschriebene Absätze nicht beurteilen kann, war ich hier ab und an mal verwirrt.

Ansonsten ist die Handlung eher ruhig und träge. Man weiß, dass sich eine Armee der Stadt nähert, wartet darauf, dass Bewegung in die Figuren kommt, aber darauf muss der Leser eine ganze Weile warten. Ziemlich lang passiert nichts, bis mit dem zweiten Abschnitt sich die Ereignisse scheinbar überschlagen und es auch ein paar interessante Twists gibt.

Marco und Elena als Hauptfiguren fand ich ebenfalls interessant, allerdings bleiben gerade diese beiden erschreckend – blass. Zwar habe ich durchaus eine gewisse Tiefe beim Hören gespürt und mir gefiel auch die Freundschaft, die sich langsam entwickelt und zu einer kleinen Liebesgeschichte wird. Dennoch waren gerade diese Figuren mir irgendwie gleichgültig, was ich schade finde. Auf mich haben sie etwas in die Handlung gepresst, gewirkt.

Auf der anderen Seite empfand ich Zalvado und Caronix als äußerst interessant, gerade ihre Dynamik und ihr Wortloses Verständnis hat mir hervorragend gefallen und ich hätte mir gewünscht, wenn diese noch etwas tiefer ausgebaut gewesen wären.

Spannend, wenn auch etwas düster (was ich persönlich gut fand, aber ein durchaus harter Kontrast zu der friedvollen, idyllischen Handlung von Marco darstellte – aber durchaus sehr gut zum recht blutigen zweiten Abschnitt des Buches passte) die Abschnitte des Attentäters, Ombro, die mehr an die Sicht des Schwarzen Herzogs knüpfen und damit eine andere Seite beleuchten. Ebenfalls eine interessante Figur, über die ich gerne etwas mehr erfahren hätte.

Grundsätzlich hat mir also etwas die Tiefe bei den Charakteren gefehlt.

Ansonsten kann ich den Sprecher des Hörbuches nur noch loben. Er macht einen super Job und hat es verstanden, mich an die Handlung zu fesseln und den Charakteren eine eigene Stimme und Persönlichkeit zu geben, die mir beim Selbstlesen wahrscheinlich gefehlt hätte.


Fazit:

Eine eher ruhigere und gemächlichere Fantasy-Geschichte, die erst zum Ende hin richtig an Fahrt aufnimmt und dann auch recht düster und blutig wird. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse sogar etwas zu schnell, dafür, dass dem Buch bis dahin viel Zeit gelassen wurde.

Der Sprecher gibt den Figuren Charakter, woran der Text meiner Meinung nach etwas zu kämpfen hatte.


Die Stadt der Seher, Christoph Hardebusch, Hobbit Presse, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Veröffentlichung: 15. Mai 2021, Cover: Birgit Gitschier,


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